Warum Bonefish zu den faszinierendsten Zielarten des Salzwasser-Fliegenfischens gehören.

Der Bonefish ist tatsächlich ein ganz besonderer Zielfisch für das Fliegenfischen im Salzwasser. Er hat mehrere charakteristische Eigenschaften, die ihn ungemein faszinierend und begehrenswert machen.

Schnell, stark und mit ordentlich Tempo

Wenn du dich als Neuling für den Bonefish und dessen Fang mit der Fliege interessierst, darüber liest, Videos anschaust und weitere Recherchen betreibst, erfährst du schnell, dass er ein unglaublich schneller Schwimmer sein soll. Dass er unglaublich lange und starke Fluchten mit rasanter Geschwindigkeit macht. Die Fliegenrolle zum Kreischen bringt und so viel Schnur abzieht, dass die Fliegenschnur nach wenigen Sekunden irgendwo weit draußen in Richtung Horizont verschwindet, während das Backing durch die Ringe pfeift.

Unglaublich.

Ist das Anglerlatein oder entspricht es tatsächlich der Realität? Ist ein Bonefish-Drill wirklich mit nichts zu vergleichen, was du bisher vom Fliegenfischen kennst?

Das zu erleben, ist der erste Wunschtraum vieler Neulinge im Salzwasser-Fliegenfischen. Und für viele die erste Motivation, überhaupt eine Reise zum Fliegenfischen auf die Flats zu machen. Doch das ist beileibe nicht die einzige faszinierende Eigenschaft des Bonefish.

Der Geist der Flats

Der Bonefish trägt den liebevollen Spitznamen „Geist der Flats“. Denn ihm wird nachgesagt, dass er sich unsichtbar machen kann. Er verfügt über Fähigkeiten, die ihm eine einzigartige Tarnung ermöglichen.

Er verschmilzt geradezu mit seiner Umgebung. Das gelingt ihm durch eine Art Tigerstreifen, die seine Umrisse auflösen, und durch Farbveränderungen des Körpers. Perfekte Mimikry. Außerdem reflektiert sein Schuppenkleid die Farben seiner unmittelbaren Umgebung wie ein Spiegel.

Ja, der Bonefish ist tatsächlich extrem schwer zu erkennen, wenn er über die Flats schwimmt.

Macht ihn das als Zielfisch nicht eher uninteressant? Wie will man etwas Unsichtbares auf Sicht gezielt anwerfen? Wie groß sind die Erfolgschancen? Man will schließlich Fische fangen – am liebsten so viele wie möglich. Warum also um die halbe Welt reisen, wenn man dort kaum Fangchancen hat? Nun, genau diese zweite Eigenschaft macht das Fliegenfischen auf Bonefish zu einer wirklichen Herausforderung.

Bei dieser Fischerei geht es nicht einfach nur ums Fangen und Drillen. Wenn das so einfach wäre, wäre der Bonefish doch nur irgendein Fisch, ohne ganz besonderen Reiz. Tatsächlich ist das Fliegenfischen auf Bonefish so extrem spannend, weil man – neben einigen anderen Fähigkeiten – lernen muss, den Unsichtbaren zu sehen. Und wenn man diese Herausforderung meistert, wird man dafür mit dieser endlos langen, raketenschnellen Flucht belohnt.

Das macht den Bonefish so wertvoll. Jeden einzelnen, den man nach der Landung mit einem bewundernden Blick in sein Element entlässt und mit immer noch erhöhtem Pulsschlag beobachtet, wie er langsam davonschwimmt und sich – wieder nach wenigen Sekunden – im Wasser auflöst.

Ein Bonefish wird zurückgesetzt

Vorsicht ist sein Überlebensprinzip

Seine dritte, den Salzwasser-Fliegenfischer gleichermaßen faszinierende wie herausfordernde Eigenschaft ist seine Vorsicht, seine Scheu. Manchmal sind Bonefish geradezu paranoid. Denn jederzeit und überall lauern Fressfeinde wie Barrakudas oder Haie. Bonefish sind immer auf der Hut. Sie nehmen Geräusche und die von sich nähernden großen Raubfischen verursachten Druckwellen wahr.

Und nun versuch mal, dich beim Watfischen einer Bonefish-Schule auf Wurfdistanz zu nähern. Laufen, ohne Geräusche und ohne Druckwellen zu erzeugen. Wenn du das nicht kannst, bist du auf verlorenem Posten. Genauso schnell, wie sie Schnur von der Rolle ziehen, sausen sie panisch vor dir davon. Ach – falsch: noch erheblich schneller. Denn sie werden ja nicht von Schnur und Rollenbremse aufgehalten.

Stell dir vor: Ein Bonefish erreicht Spitzengeschwindigkeiten von über 60 km/h. Das sind rund 17 Meter pro Sekunde! Es macht also verhältnismäßig wenig Sinn, einem Bonefish die Fliege hinterherzuwerfen.

Die perfekte Pirsch

Schwierig zu finden, schwierig zu sehen, schwierig, sich ihm zu nähern – mit diesen drei Eigenschaften bietet der Bonefish alle Voraussetzungen für eine echte Pirsch und Jagd.

Kann Fliegenfischen spannender sein?

Ein Bonefish macht eine lange Flucht

Warum ausgerechnet der Bonefish?

Warum sage ich dann, dass Fliegenfischen auf Bonefish der richtige Einstieg in die faszinierende Welt des Salzwassers ist? Wäre es nicht sinnvoller, mit einer Fischart zu beginnen, die einfacher zu fangen ist?

Nein, nicht aus meiner Sicht. Ganz im Gegenteil.

Gerade weil der Bonefish so hohe Anforderungen an die Fähigkeiten des Fliegenfischers stellt, legt er die Basis für jede andere Fischerei auf den Flats. Wenn du dich mit Mühe, Eifer und Enthusiasmus dem Fliegenfischen auf Bonefish widmest, durchläufst du eine sehr steile Lernkurve. Das dabei erworbene Wissen und die Perfektionierung deiner Fähigkeiten im Salzwasser-Fliegenfischen versetzen dich in die Lage, fast alle anderen Fischarten auf den Flats erfolgreich zu befischen.

Der Schritt vom Süßwasser ins Salzwasser

Außerdem kommt hinzu, dass der Sprung von der beim Süßwasserfischen gewohnten Ausrüstung nicht besonders groß ist.

Wenn du bisher mit 5er- oder 6er-Ruten auf Salmoniden gefischt hast, kommst du relativ schnell mit 7er- oder 8er-Fliegenruten klar. Und wenn du bisher auf Hechte oder Meerforellen gefischt hast, bist du eine „Bonefish-Ausrüstung“ quasi schon gewohnt.

Aber ist der Bonefish wirklich so?

Lass mich zum Schluss noch einen abschließenden Blick auf die drei geschilderten Eigenschaften werfen.

Ist der Bonefish wirklich so schnell und ist der Drill immer so fulminant? Nein, nicht immer.

Ist er wirklich unsichtbar? Nein, nicht immer.

Ist er wirklich so scheu? Nein, auch nicht immer.

Und genau darin liegt vielleicht eine weitere Besonderheit des Bonefish. Wenn du mehr darüber erfahren und tiefer in das Thema Bonefish einsteigen möchtest, findest du im Salty Fly Journal noch mehr darüber.

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